Ferkelkastration unter Narkose

Der Qualitätsbonus FEKANA.DE ist eine aktive Unterstützung der regionalen Ferkelerzeugung.

Der Bonus wird für eine tierschutzgerechte Kastration unter Narkose für in Deutschland geborene Ferkel gezahlt (DE). Hierbei steht das Verfahren der Narkose mit dem Gas Isofluran im Fokus, welches eine maßgebliche Weiterentwicklung für den Tierschutz darstellt. Es ist seit Jahren in der Schweiz erprobt und nun auch in Deutschland zugelassen. Darüber hinaus können die verarbeitenden Unternehmen mit Einführung der Kastration unter Narkose ihren Kunden weiterhin die erwarteten, hohen Qualitäten an Fleisch und Fleischwaren anbieten.

Ferkel im Narkosegerät

Abbildung 1 - Narkosegerät

Einführung und Projektkoordination

Natürlich ist es nicht ganz einfach, einen komplett neuen Arbeitsschritt in die landwirtschaftliche Praxis aufzunehmen. Aus diesem Grund wurde dessen Einführung in einem Projekt koordiniert. Zunächst wurde der Ist-Zustand betrachtet und vorhandene Gerätevarianten getestet. Mit diesen ersten Erfahrungen wurden dann die Arbeitsabläufe neu strukturiert und anschließend die neuen Abläufe und die Geräte intensiv in den Erzeugergemeinschaften erprobt. Es zeigte sich, dass die Sauenhalter der Veränderung aufgeschlossen gegenüberstanden. Dies ist sehr wichtig, denn die Anwender haben eine hohe Verantwortung und müssen einen Sachkundelehrgang erfolgreich bestehen, um die Narkose, die ansonsten Tierärzten vorbehalten ist, durchführen zu dürfen.
Grundsätzlich läuft der Vorgang so ab, dass die Ferkel in ein Narkosegerät (Abbildung 1) gelegt werden. Dabei wird der Kopf in eine Atemmaske geführt, durch die das Narkosegas (Luft und Isofluran) strömt. Bereits nach wenigen Sekunden ist die Wirkung sichtbar, die Kastration darf jedoch frühestens nach 70 Sekunden durchgeführt werden. Anschließend werden die Ferkel zum Aufwachen in das Ferkelnest zurückgelegt. Die Narkose ist sehr gut verträglich und schon kurze Zeit später sind die Ferkel wieder wach und können zur Sau, um zu säugen.

Neben der Praktikabilität im Stall stand auch die Anwendersicherheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Denn, mit der Zulassung von Isofluran für die Kastration männlicher Ferkel wurde viel über möglich Nebenwirkungen für den Anwender diskutiert. Die Grenzwerte in Deutschland sind im internationalen Vergleich sehr streng.

Qualitätsbonus

Die Erzeugergemeinschaften

  • Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh im Oldenburger Münsterland eG,
  • Raiffeisen Viehverbund eG,
  • Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh Hümmling e.G. und
  • Erzeugergemeinschaft für Schlachtvieh Bösel w.V.

setzen mit FEKANA.DE die Empfehlung der VEZG eines Preisaufschlages bei Anwendung der Kastration unter Narkose von 2,00 € je Ferkel (im ausgeglichenen Geschlechterverhältnis) um.

Der Qualitätsbonus FEKANA.DE wird für Aufzuchtferkel ab der KW 05/2021 und für Läufer ab der KW 10/2021 bezahlt (Ursprung Deutschland).

Ansprechpartner

Stephan Tiaden
Tel. 05954 / 924039
tiaden@ezg-huemmling.de
Carsten Revermann
Tel. 05954 / 924043
revermann@ezg-huemmling.de

Christoph Themann
Tel. 04446 / 968618
christoph.themann@eg-im-om.de

Michaela Höppel
Tel. 04243 / 9302114
michaela.hoeppel@rvv-verbund.de

Stefan Willenborg
Tel. 04474 / 895211
willenborg@goldschmaus.de